Reisetage brauchen gute Nerven - unsere Reise durchs Land.

Diesmal hat es lange gedauert mit unserem Reisebericht. Kleine Videos und schöne Bilder entschädigen aber für langes Warten, hoffen wir. Die kommenden Berichte werden auch kürzer. Jetzt hast du ja schon einen ausführlichen Einblick bekommen, wie unsere Familienreise gestartet ist.

3 Wochen in Sri Lanka

Reisetage sind heiß, anstrengend, gute Nerven und volle Mobilgeräte sind von Vorteil. (Bis auf die guten Nerven war ich ausgerüstet.) Wir hatten schon wieder das große Fahrer-Los gezogen. Wir vier sind in einem kleinen Suzuki Swift plus Fahrer, inklusive unserem Gepäck mit 40 -60 km/h durch die kurvigen Bergstraßen Sri Lankas getuckert.

Im „Nirgendwo“ ist die Auswahl gering.

Eigentlich waren die Pläne völlig anders. Trotz aller Pläne muss man flexibel bleiben. Wer hätte gedacht, das wir 24 Std. nach der Abfahrt von der Südküste schon wieder Stunden durchs ganze Land tuckern ohne Klimaanlage?

Die Unterkunft am Nationalpark stellte sich als kompletter Flop heraus.

Das hat man ja manchmal. Keiner wusste dass wir kommen, hätte nicht 10 min vor Ankunft unser Fahrer angerufen und nach dem Weg zum Haus gefragt. Der Freund von einem Freund vom Chef ist dann überstürzt hin und hat das große Haus aufgeschlossen. Leider waren schon länger keine Gäste mehr dort, Ameisenscharen kümmerten sich um längst tote Kakerlaken. Im „Nirgendwo“ ist die Auswahl gering.

Wir haben spontan umdisponiert. Die Safari vorverlegt. Der „Freund von dem Freund vom Chef“ war ganz cool, schnell im Kopf und hat uns mit seinem Jeep durch den Park gefahren. Fahrer und Guide in Personalunion.

Abends brachte der „Freund vom Freund“ extra für uns, von seiner Oma gekocht, ein leckeres Curry vorbei. Das Restaurant, wie beschrieben, war bestimmt in den Nebensaisonferien. Wie die an ihre fantastische Bewertung der Unterkunft gekommen sind…es wird immer ein Rätsel bleiben. Diese eine Nacht war aber ok, obwohl wir ganz alleine dort in einem riesen Haus übernachtet haben.    

Habt ihr den Einbruch in unserem Guesthouse an der Südküste/ Weligama mitbekommen? (auf www.facebook.com/krislunemann sind wir täglich aktiv) Nichts ist schlimmer, als wenn nachts jemand durch dein Fenster einsteigt, du davon wach wirst und sofort reagierst, weil du im absoluten Alarmmodus bist. Glücklicherweise hat Pit zur richtigen Zeit von seinem Unterbewusstsein das Aufwachsignal erhalten. Wir fühlten uns, durch den Wachmann und die Lage der Unterkunft ziemlich sicher. Aber auch nicht anders als bei uns, passieren Einbrüche überall. Kurzgefasst, Pit hat ihn vertrieben! Bei uns ist nichts geklaut worden und keiner verletzt. Neo ist von dem Geschrei wach geworden, Milla schlief zum Glück weiter. Eine Etage tiefer wurde der Unbekannte (oder waren es zwei?) direkt neben dem Bett erwischt, flüchtete mit lautem Getöse, lies die Beute bei der Flucht über die Mauer glücklicherweise fallen und wurde noch am frühen Morgen erwischt. 

Time is running

Mehr als 14 Tage sind rum, ohne Uhr, ohne genauen Plan vom Datum. Heißt soviel wie: Angekommen! Nachdem wir im 2. Anlauf (der 1. Anlauf ist eine andere Geschichte), eine tolles Guesthouse gefunden hatten, haben wir uns direkt die nächsten 9 Tage nicht weiter bewegt.

Super. Super entspannend in Weligama

7 nette Israelis wohnen unter uns, wir hängen abends zusammen ab. Tagsüber surfen alle. Ich hab das auch mal probiert. Ohne Brille bin ich echt ein Schisser, keine Freundin der Wellen. Pit hat mir vor Jahren in einer Bucht auf Mallorca, bei hohen Wellen und extrem starker Strömung das Leben gerettet. Seitdem sind Wellen, Balance, und Surfbretter nix für mich. Neben dem Surfspott am Strand steht ein Luxushotel mit Pool. Nach netten Gesprächen mit der belgischen Praktikantin durften die Kinder dort immer baden.

Herrlich. Es hat uns gut gefallen, wir verbrachten schöne und sehr ruhige Tage. 

Nach unserem kurzen Stopp im inneren des Landes sind wir dann übrigens am besagten Reisetag mit ängstlichem Fahrer, an der Ostküste angekommen. Später hat Pit, der auf dem Beifahrersitz saß, mir erzählt, warum der Fahrer so vorsichtig fuhr. Nahezu alle Warnlampen im Armaturenbrett leuchteten. Insbesondere die für Bremse und Motorkühlung haben ihn doch sehr irritiert, da traten die glatten Reifen doch völlig in den Hintergrund.    

Asien ist ein Spielplatz☺ Magie der Bucht. Arugam Bay.

 

 

 

Verliebt bin ich in diese Bucht. Könnte ich dichten und mit Worten jonglieren, würde ich ein Gedicht darüber schreiben.

Magie der Bucht. Arugam Bay.   

Einen Tag später tauchten unsere israelischen Freunde auch alle zufällig hier auf. Beim Reisen trifft man sich immer wieder.    

 

Wenn es dunkel ist, die es fast die schönste Zeit des Tages. Wenn die vielen Feuerchen vor der den kleinen Lokalen brennen, überall der Grill steht für Fisch BBQ. Unzählige blinkende, bunte LED Lichterketten sorgen für das typisch asiatische Kitschflair. Es ist still hier am Abend. Kein tosender Verkehr. In der Hauptsaison ist es ein überfülltes Partymeer. Die Bilder sprechen für sich, denke ich. Hier ist noch ein bisschen Paradies. Wir baden mit den Einheimischen, die Fischer sitzen im Schatten und sehen zu. Wie lange ist das noch Paradies? Touristen und Natur passen leider nicht gut zusammen. Ich bin doch recht erstaunt, wie sauber die Ecken hier in Sri Lanka sind, die wir bisher entdecken konnten. Natürlich fliegt überall Müll rum. Hier ist man aber bemüht! Das kenn ich aus Kambodscha und auch Thailand ganz anders. Wir versuchen so wenig wie möglich Plastik zu konsumieren, nutzen unsere Taschen für Einkäufe. Kaufen frisch auf dem Markt, versuchen so bewusst wie auch Zuhause mit dem Thema Müll umzugehen. 

Wie bleiben wir umweltfreundlich?

 

 

Wir selber reisen ohne Duschgel- und Shampoo Flaschen. Die nutzen wir sonst auch nicht. Stattdessen gibt es bei uns Haarwaschseife und eine pflegende Olivenölseife. Pflegeprodukte sind auch fast nicht im Gepäck. Die Haut braucht keine Creme mehr. Sonnenmilch und Citronellaöl gegen Mücken reichen. Haare hochgesteckt bei Milla und mir.    

Klamotten waschen wir seit 14 Tagen im Waschbecken. Das klappt auch gut. Nur konsequent muss man es jeden Abend tun. Mein Plan war, jeder wäscht seine Buxe oder Shirt eben selber durch…. Ach ja…! Ich mache es jetzt natürlich, oder die „Badezimmer-Überschwemmungsexperten“ sind am Werk. Damit fahren wir ganz gut, bis endlich mal ein Wäscheservice gefunden wird. Kennt ihr eigentlich alle Popo-Duschen? Das ist so genial. Hier nutzen nicht alle Leute Toiletten-Papier. Es ist auch nicht vonnöten, denn dafür gibt’s ja die Popodusche. Die reinigen besser. Allerdings wird die gerne für kleine Kämpfe im Badezimmer genutzt. Badezimmer gleichen in den meisten Unterkünften eher Nasszellen. Da steht immer das Wasser auf dem Boden. Entweder haben hier die bekannten Könner im Baugewerbe Hand angelegt, irgendwo ist immer was undicht, oder der Raum wurde in eine Spielzone umgewandelt.

Die Kinder versuchen sich, abwechselnd mit der „Popodusche“ abzuschießen, keiner ist es nachher gewesen, wenn wirklich dann alles, ganz plötzlich und aus Versehen, einfach so, ich weiß auch nie wie, nass geworden ist.

Andere Umstände, Loslassen und back to Basic.

Was Zuhause oft nicht geht, kann ich besser in der Ferne.

Die Kinder passen sich wie kleine Chamäleons an ihre Umgebung an. Das ist erstaunlich. Beide sind sehr entspannt. Wir passen unseren Tag aber auch den Kindern, der Temperatur und den Umständen an.


Hier an der Ostküste – Arugam Bay- hängen wir ab. Die Lunemänner surfen. Die Lunefrauen chillen ab Nachmittag in seichtem Wasser in der Bucht. Manchmal ist es auch langweilig. Struktur fehlt. Die Mittagshitze brennt. Es ist sehr trocken hier, das Land wartet sehnsüchtig auf Regen. Es fehlen Kinder zum Spielen. Dafür klappt es mit dem Lernstoff gut. Es ist früh dunkel hier. Wir gehen essen, quatschen am Abend mit anderen und schlafen viel. Das ist schon ein Luxus. Einfach mal zu SEIN. Die innere Stimme die ständig dazwischen quasselt: „Du musst produktiver sein. Mehr Bewegung täte gut. Arbeite jetzt“! Dem inneren Drang immer etwas tun zu müssen, müssen wir auch zu widerstehen lernen☺. Wichtig das ist! Sagte das nicht schon Joda☺.

Zeit - soviel wie in die Taschen passt.

Die Hektik in unserem Leben ist zermürbend. Die meisten die ich kenne, inklusive meiner Klientinnen leiden unter Stress, Burnout und Zeitmangel. Hier haben wir Zeit. Plötzlich ist alles voller Zeit. Soviel wie in die Taschen passt. Da fühle ich mich schnell überfordert von soviel Zeit. Krasses Paradoxon.

 

Sinn und Zweck ist es ja auch, sich tief fallen zu lassen. Auf die inneren Stimmen zu hören, die im Alltag oft übertönt werden. Von den anderen Reisen weiß ich, es dauert. Aber dann… Dann ist soviel Sonne, Sand und Coffeshake im Getriebe, dann hält das Ego seine Klappe. Du bist im hier und jetzt. Da denke ich nicht an Vergangenes und nicht an die Zukunft. Ich blicke mich um und bin dankbar. Jetzt gerade über die traumhafte Aussicht, die Kinder spielen mit Pit Karten, die Ventilatoren drehen ihre Runden, der Obstteller mit Papaya und Mango schmeckt himmlisch.

Wunder passieren ständig um uns herum. Wir haben nur verlernt sie zu bemerken.

Wir machen gerade ein Dankbarkeitsprojekt. Stehen jeden Morgen mit dem Satz auf:

Heute erwartet uns etwas Magisches und Unerwartetes. Uns begegnet Freundlichkeit und Liebe.

 

Ja, ja ich höre dich schon. Das ist ja jetzt ein bisschen esoterisch und übertrieben! Doch ich sage dir, es wirkt. Es richtet den Fokus auf das, was wir suchen. Wir sind schließlich verantwortlich dafür, was wir tun und was wir sehen. Wir schenken der materiellen Welt zu viel Bedeutung! Deshalb legen wir hier unseren Fokus auf nette und freundliche Menschen und treffen auch nur diese. Erleben besonders in chaotischen Situationen Hilfe und spüren ein tiefes Vertrauen: es ist alles gut!

 

Wie Pam Grout es so schön sagt: „Gehen Sie über Los und kassieren Sie Ihre Geschenke.“

 

Die gibt es tatsächlich, oft ist die Verpackung nur anders als gewohnt.

 

Ella im Hochland

– ist es eine Reise mit Kindern wert? Ella liegt traumhaft in den Bergen, keine Frage. Wer wandern, chillen und Leute treffen will, ist hier genau richtig.

 

Wir sind vor 3 Stunden angekommen, haben unsere Unterkunft bezogen. Der Hunger war groß und die Empfehlung das "Chill- Cafe". 

 

Wer mal dort ist, ab in die dritte Etage. Schöner Blick über die Umgebung, coole Architektur und absolut entspannte Atmosphäre. Hier sitzen wir nun, während ich schreibe, seit 2,5 Stunden. Wir können nicht raus. Absolut typisches asiatisches Gewitter. Da bist du nach 2 Metern komplett nass. Die Straßen sind überflutet. Glücklicherweise gibt es eine gute Speisekarte und der Liebste war vorher am Geldautomaten. Laptop leider nur mit zwei deutschen Filmen bestückt, die internationale Kinderschar war dennoch dankbar für Abwechslung. Kinder brauchen ja manchmal nur bewegte Bilder um in „Film Schockstarre“ zu fallen.

Ich frage mich, wie wir hier wieder wegkommen.

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